DAS DSCHUNGELBUCH

  • Lucienne Damm
 

Die Beschäftigungspolitik der Europäischen Union

Die Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik der EU ist eng verknüpft mit der europäischen Sozialpolitik: Fragen nach ausreichenden Arbeitsplätzen, gerechter Entlohnung, Gleichstellung der Geschlechter aber auch Fragen der Altersabsicherung, der sozialen Gerechtigkeit und Wohlstandssicherung muss man in diesem Zusammenhang betrachten.

Die Beschäftigungsproblematik hat in den einzelnen Ländern schon immer eine große Rolle gespielt. Auf der EU-Ebene aber spielt sie noch nicht eine annähernd so große Rolle, wie etwa die Währungs-, Handels- und Binnenmarktpolitik. Noch ist die Beschäftigungspolitik der EU ein eher zahnloser Tiger, da noch immer viele einzelne Richtlinien, Zielvorgaben und Absichtserklärung die Beschäftigungspolitik im Wesentlichen dominieren.

Nach der Osterweiterung stellt sich die Frage nach der Zukunft des gemeinsamen Beschäftigungsraums Europa besonders eindringlich: Müssen wir jetzt mit Lohndumping, niedrigeren Arbeitsstandards und verzerrtem Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt rechnen? Spannende Frage für die Zukunft - aber es gibt auch schon erste Antworten.

Zwar wird die letzte Erweiterungsrunde auch spürbare Konsequenzen auf die Arbeitsmärkte des "alten" Europa haben. Doch diese Konsequenzen werden sich durch zahlreiche Schutzmaßnahmen der Altmitglieder in Grenzen halten und sich meist auf die unmittelbaren Grenzregionen beschränken, wo zum Beispiel die Arbeitskräftemigration zunehmen wird.

Erstveröffentlichung am 23.8.2004

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